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Priapismus

Letzte Aktualisierung: 8.5.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Beim Priapismus handelt es sich um einen akuten urologischen Notfall, der wenn möglich innerhalb eines Zeitfensters von 4 bis 6 Stunden (spätestens 12 Stunden) behandelt werden muss. Meist ist die Ursache idiopathisch. Andere Gründe können verschiedene Medikamente, eine Schwellkörperautoinjektionstherapie sowie neurologische oder tumoröse Erkrankungen sein. Diagnostisch wird über eine Blutgasanalyse des Schwellkörpers zwischen ischämischen (Low-flow-Priapismus) und nicht-ischämischen (High-flow-Priapismus) Formen des Priapismus unterschieden. Die Therapie des Low-Flow-Priapismus besteht in der Punktion des Schwellkörpers, der Extraktion von bis zu 500 mL Blut sowie einer Injektion von verdünnten Sympathomimetika. Bei Behandlung innerhalb von 12 Stunden ist eine Restitutio ad integrum möglich, während eine spätere Therapie über eine fortschreitende Fibrosierung des Schwellkörpergeflechts zu irreparablen Schäden und einem möglichen dauerhaften Verlust der Erektionsfähigkeit führen kann. Beim High-Flow-Priapismus ist i.d.R. keine Therapie notwendig.

Definitiontoggle arrow icon

  • Dauererektion über >2–4 h, unabhängig von sexueller Erregung [1][2]

Epidemiologietoggle arrow icon

Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die epidemiologischen Daten auf Deutschland.

Ätiologietoggle arrow icon

Pathophysiologietoggle arrow icon

Low-flow-Priapismus (ca. 90–95% der Fälle)

  1. Ischämie durch Versagen der physiologischen Detumeszenz (für den Ablauf der physiologischen Tumeszenz siehe: Erektion)
  2. Schwellkörperdruckerhöhung über diastolischem Druck ⇒ somit keine Perfusion mehr ⇒ venöse Stase in den Corpora cavernosa (Corpus spongiosum nicht betroffen)
  3. Lähmung der glatt-muskulären Schwellkörpermuskeln durch Ischämie
  4. Verstärkung des Priapismus ⇒ Circulus vitiosus

High-flow-Priapismus (ca. 5–10% der Fälle)

  • Übermäßiger arterieller Einstrom bei suffizientem venösen Abfluss
  • Keine Ischämie

Symptomatiktoggle arrow icon

  • Low-flow-Priapismus: Pralle, schmerzhafte Dauererektion
  • High-flow-Priapismus: Etwas weniger pralle, nicht schmerzhafte Dauererektion

Diagnostiktoggle arrow icon

Therapietoggle arrow icon

Low-Flow-Priapismus [3][5]

Beim Low-Flow-Priapismus handelt es sich um einen urologischen Notfall! Eine Therapie sollte wenn möglich innerhalb von 4–6 Stunden, spätestens jedoch innerhalb eines Zeitfensters von 12 Stunden erfolgen, da ansonsten mit dauerhaften Schäden (Fibrosierung der Corpora cavernosa mit irreversibler Impotenz) zu rechnen ist!

High-Flow-Priapismus

  • I.d.R. keine Therapie notwendig, Überwachung, Kühlung und Kompression
  • Bei ausbleibender Besserung: Ggf. selektive Arterienembolisation [5][6]

Prognosetoggle arrow icon

Kodierung nach ICD-10-GM Version 2026toggle arrow icon

  • N48.-: Sonstige Krankheiten des Penis
    • N48.3-: Priapismus (Schmerzhafte Dauererektion)
      • N48.30: Priapismus vom Low-Flow-Typ
      • N48.31: Priapismus vom High-Flow-Typ
      • N48.38: Sonstiger Priapismus
      • N48.39: Priapismus, nicht näher bezeichnet

Quelle: In Anlehnung an die ICD-10-GM Version 2026, BfArM.

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