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Rapid Sequence Induction - AMBOSS-SOP

Letzte Aktualisierung: 26.5.2026

Zusammenfassungtoggle arrow icon

Diese SOP behandelt primär die Rapid Sequence Induction bei Erwachsenen.

Es besteht kein allgemeiner Konsens darüber, wie eine Rapid Sequence Induction durchgeführt werden soll; die klinische Praxis ist entsprechend variabel! [1]

Bei bekanntem schwierigen Atemweg sollte eine fiberoptische Wachintubation als primäres Verfahren zur endotrachealen Intubation erwogen werden!

Material und Medikamentetoggle arrow icon

Basismaterial

Material für das Management von Atemwegskomplikationen

Basismedikamente (Auswahl nach Situation und Klinikstandard) [1][5]

Medikamente für die erweiterte Therapie und den Notfall

Vorbereitungtoggle arrow icon

Material und Geräte

Patient:in

Ablauf/Durchführungtoggle arrow icon

Sicherheitscheck (sofern möglich)

Absaugen von Mageninhalt [5][10]

  • Ziel: Senkung des intragastralen Drucks (Aspirationsrisiko↓)
  • Absaugen von Mageninhalt bei einliegender Magensonde obligat
  • Neuanlage einer (bevorzugt nasalen) Magensonde insb. bei Ileussymptomatik empfohlen, aber
    • Insgesamt schlechte Studienlage
    • Kein sicheres Vermeiden einer Aspiration
    • Provokation von Erbrechen möglich (insb. bei vigilanzgeminderten Personen)
    • Potenzielle Komplikationen durch Anlage und Fehllage
  • Kein Konsens bzgl. Belassen bzw. Entfernen der Magensonde vor der Einleitung; bei Belassen
  • Konkretes Vorgehen: Einzelfallentscheidung unter Berücksichtigung von Aspirationsrisiko und Kontraindikationen [11]

Gabe von Natriumcitrat [5][8][12][13]

Präoxygenierung [2][8]

Narkoseeinleitung [6][8][14][15]

Sonderfall: Verwendung von Etomidat [18][19]

Etomidat ist aufgrund seiner geringen Auswirkungen auf den zerebralen Perfusionsdruck ein geeignetes Medikament zur Narkoseeinleitung bei Schädel-Hirn-Trauma bzw. erhöhtem intrakraniellen Druck!

Sonderfall: Verwendung von Ketamin bzw. Esketamin [19][21][22]

Ketamin bzw. Esketamin kann insb. bei erniedrigtem Ausgangsblutdruck zur Narkoseeinleitung bei Schädel-Hirn-Trauma bzw. erhöhtem intrakraniellen Druck eingesetzt werden!

Intubation

  • Zwischenbeatmung vermeiden
  • Orotracheale Intubation
  • Nach der Intubation: Auf ausreichenden Augenschutz achten (Vermeidung einer Hornhauterosion) [8][23], bspw. durch
    • Auftragen einer dünnen Schicht Dexpanthenol-Salbe auf die Augen und/oder
    • Verschluss der Augenlider mit einem hautverträglichen, leicht zu entfernenden Pflaster

Für alle genannten Medikamente sind die entsprechenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Kontraindikationen zu beachten!

Komplikationentoggle arrow icon

Blutdruckabfall

Unerwartet schwieriger Atemweg

Laryngospasmus bzw. Bronchospasmus

Blutung im Bereich der oberen Atemwege

Zahnschaden

Regurgitation von Mageninhalt und Aspiration

  • Umgehendes Absaugen des Oropharynx
  • Bei großen Sekretmengen Trendelenburg-Lagerung zum besseren Abfluss erwägen [6]
  • Zügige Atemwegssicherung und endotracheales Absaugen
  • Notfalleingriffe bei schwerer Aspiration nach Möglichkeit auf die Erstversorgung begrenzen
  • Großzügige Indikation für die Aufnahme auf eine Überwachungsstation (IMC, ICU)
  • Siehe auch: Aspiration - Therapie

Reflexbradykardie, Asystolie (Vagusstimulation durch Laryngoskopie) [24][25][26]

Es werden die wichtigsten Komplikationen genannt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Extubationtoggle arrow icon

Etwa ein Drittel aller schwerwiegenden Atemwegskomplikationen treten im Rahmen der Extubation auf!

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